Digitalisierung der Ausbildung quo vadis

Die Begriffe sind in aller Munde: Industrie4.0, Digitalisierung der Ausbildung oder Medienkompetenz. Die Themen dahinter sind jung und wirklich praktische Erfahrungen haben noch nicht wirklich viele Unternehmen.  

Nach mittlerweile 50 Projekten im Bereich Digitalisierung der Ausbildung/Medienkompetenz im Auftrag großer und mittlerer Unternehmen durchgeführt haben, sehen Sie nachfolgend unsere Erfahrungen stichpunktartig zusammengefasst: 

  • Die positive Wahrnehmung der Chancen durch die Digitalisierung der Ausbildung steigt mit zunehmender Betriebsgröße. Natürlich ist es zunächst ein strategisches Thema mit dem Hang zu Komplexität. Tatsache ist jedoch, dass auch kleine und mittlere Unternehmen mindestens Zeit sparen können durch die Digitalisierung. 
  • Einige Unternehmen probieren sich aus und lassen einzelne Lern-Apps für die Ausbildung zu. Andere Unternehmen erstellen digitale Lerneinheiten selbst, lassen vorhandenen Lern-Apps zu und verknüpfen alles mit einer Lernplattform. Wieder andere Unternehmen kaufen ganze Lernmanagement-System, um dem planerischen und inhaltlichen Aufwand zu entkommen. In jedem Falle git: Entscheidend ist eine gut durchdachte Planung, egal, wie groß das Projekt wird.  
  • Wenn die Entscheidung für die Digitalisierung der Ausbildung (oder Teile davon) gefallen ist, werden besonders die erfahrenen Ausbilder und Azubis zu Treibern der Entwicklung. In vielen Gesprächen hören wir: "na, die haben bestimmt junge Ausbilder, die können mit der Technik umgehen!" Weit gefehlt. Wenn gerade älteren Ausbildern die Angst vor der Technik genommen wird, dann kommt deren umfangreicher Erfahrungsschatz zum Tragen. Sie probieren mit den fachlichen und didaktischen Erfahrungen neue Sachen aus und das sind teilweise Super-Ideen.
  • Bei Befragungen vor und nach den Projekten zeigt sich, dass sich besonders leistungsschwächere Azubis die Einführung digitaler Lerneinheiten wünschen und tatsächlich davon auch in stärkerem Maße profitieren. Warum ist das so? Die Möglichkeiten, komplexe Sachverhalte plastisch und bildhaft darzustellen, nutzt vor allem denjenigen Azubis, die sich das bislang schwer vorstellen konnten.
  • Wir brauchen eine stabile IT-Basis. Was sich auf den ersten Blick wie "Eulen nach Athen tragen"anhört ist bittere Realität. Wenn wir nicht mehr nur 10 E-Mails im Ausbildungsbereich verschicken, sondern 3-D-Modelle oder Lernvideos laden, dann wird das betriebliche Netzwerk in weit größerem Maße belastet. Nach unserer Erfahrung haben kleine und mittlere Unternehmen hier einen klaren Vorteil: Sie entscheiden sich einfach für eine stärkere (meist auch kostengünstige) Internetverbindung, oder einen Hotspot für die Ausbildung. Größere Unternehmen haben hier die Herausforderung, mit der innerbetrieblichen IT-Abteilung einen Lösung zu finden.

Obwohl das Thema noch sehr jung ist, gibt es erste Studien. Wir empfehlen Ihnen die Studie des MMB-Institutes im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Hier finden Sie übrigens Überschneidungen zu unseren Erfahrungen.








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