Technik und Kommunikation in der Ausbildung: Wird alles schlimmer?


Sie sind in aller Munde. Überall wird über sie gesprochen. Sie können nicht rechnen, sie können nicht lesen, sie können nicht schreiben und sie können nicht sprechen. So heißt es jedenfalls. Und es werden immer weniger. Unsere Jugend steckt in der technologischen Revolution.

Was ist dran an dieser technologischen Revolution? Fast alle haben ein Smartphone, diese mystische Teil, das so lange und direkt bei uns ist und täglich so häufig genutzt wird wie kein anderes technisches Gerät. Es ermöglicht Zugriff auf den Großteil menschlichen Wissens in Sekundenschnelle. Jugendliche verlieren die Fähigkeit, allein mit sich zu sein, einfach nur nachzudenken oder zu dösen. Wartezeiten werden mit dem Smartphone gefüllt. Aber eigentlich handelt es sich doch dabei um informelles Lernen, oder?

Ja, es gibt durch diese Geräte weniger echte Unterhaltungen. Die sozialen Situationen zwischen zwei oder mehreren Menschen in der Kommunikation nehmen ab, dazwischen tritt die Technik. Das ist schade. Doch bevor wir das beklagen, müssen wir auch auf die andere Seite dieser Entwicklung schauen: Es gibt mehr Telefonate, aber vor allem mehr E-Mails, Whats-App- oder Messenger-Nachrichten. Schriftliche Kommunikation nimmt also zu. Unser doch sehr behäbiges Bildungswesen hat den Bedarf noch nicht erkannt: Wir müssen wieder schreiben lernen. Und zwar kurz und präzise!

Ein weiterer schlimmer Vorwurf: Jugendliche lesen nicht mehr. Die doch sehr eigennützigen Versuche einiger Verlage, mithilfe von zahlenden Unternehmen Jugendlichen Zeitungen in die Post zu stecken, erscheint wie die Wiederbelebung des Pferdes, als viele Menschen bereits Auto fuhren.

Da nimmt sich die Meldung des BDVZ (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger) vom 2.7.2013 wie ein Paukenschlag aus: 80 % aller Menschen über 14 Jahre lesen regelmäßig Zeitung, der Zeitungs-Konsum sei so groß wie noch nie.

Der Treiber dieser Entwicklung: der online Konsum von Zeitungen. Jugendliche zum Beispiel lesen eben nicht die Printausgaben, sondern lesen Zeitungen in einer App. Es gibt aktuell 450 Zeitungs-Apps: übrigens eine Steigerung innerhalb seit Mitte 2012 um 38 Prozent!

Und Bücher? Das hervorragende "Gutenberg-Projekt" hat tausende Werke von Schriftstellern (wo die Urheberrechte nach 70 Jahren abgelaufen waren) in kostenfreie E-Books gewandelt. Es soll tatsächlich Jugendliche geben, die das lesen...

Halten wir also fest: das früher alles schlechter war und die Jugend nichts mehr kann, wusste schon Sokrates.

Was wir benötigen, ist ein modernes Bildungssystem mit modernen didaktischen Formen unter Nutzung moderner Kommunikation. Wir müssen nicht auf jeden Technikzug aufspringen, aber wir müssen die neuen Technologien auf Ihre Produktivität untersuchen und das, was Bildung produktiver macht, wirklich einsetzen.

Wer jetzt noch mag kann gern den Artikel über die Entwicklung der Zeitungsleser lesen:

http://www.tagesspiegel.de/medien/printmarkt-zeitungen-erreichen-so-viele-leser-wie-nie-zuvor/8437964.html

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